Was macht eine gute Innenausstattung aus?

Wer kennt das nicht: man zieht in eine neue Wohnung ein und möchte diese so gemütlich und schön wie möglich einrichten. Jedoch ist die Auswahl an Einrichtungsgegenständen und Möbeln so groß, dass man sich erschlagen fühlt und nicht recht weiß, wie man sein neues Heim am besten gestaltet.

Mit Bekleidung, Musik und Essen gehört Einrichtung sicherlich zu den Dingen im Leben, die stark vom persönlichen Geschmack bestimmt sind. In Kategorien „richtig“ oder „falsch“ zu denken, ist kein guter Ausgangspunkt. Aber wo könnte man ansetzen, um eine stimmige Inneneinrichtung zu schaffen? Gibt es bestimmte Merkmale, die eine größere Rolle spielen und so helfen, eine Startrichtung zu finden?

Zuerst sollte man sich über ein gutes Grundrissmanagement Gedanken machen.


Der Grundriss
Werden alle meine Wohnbedürfnisse erfüllt? Habe ich genügend Raum? Wie ist die Aufteilung der Räume? Nur bei einem funktionierenden Grundriss kann eine gute Innenausstattung gelingen.

Unser angeborener Grundinstinkt ist äußerst hilfreich dabei, ein stimmiges Grundrisskonzept zu finden. Schon bei der Sitzplatzwahl in einem Restaurant meldet sich unser Instinkt zu Wort und teilt uns mit, welche Plätze besser (geschützt) oder schlechter (ungeschützt) sind. Daraus ergibt sich instinktiv eine Raumordnung. So sorgt eine gemütliche Sofalandschaft, ausgerichtet zur Raummitte, für eine gute Raumatmosphäre. Ein an die Wand gerichteter Sessel weniger.

Neben unseren Instinkten ist auch der zur Verfügung stehende Platz wichtig. Wenn das Platzangebot für einen Bereich nicht ausreichend ist, muss man sich überlegen, welche Raumfunktionen einem anderen Raum übertragen werden müssen. Diese Funktionen sollten zum Raum passen und nicht gegensätzlich sein, ansonsten stellt sich Unruhe ein.

Abstellräume und andere Nutzflächen haben eine wichtige Rolle bei der optimalen Nutzung des Grundrisses. Denn bei Aufgaben, die einfach und schnell erledigt werden müssen, steht die Anwendbarkeit und nicht die Optik im Vordergrund. Der dadurch gewonnene Raum in anderen Wohnbereichen kann für Einrichtungsgegenstände genutzt werden, die für eine angenehme Wohnatmosphäre sorgen.

Wenn das Grundrissmanagement fertig ist, kann die Raumfunktion definiert werden.

Die Funktionen
Räume sollen uns bei unseren täglichen Aufgaben unterstützen und den Tagesablauf vereinfachen. Dafür ist es hilfreich Räumen Funktionen zuzuteilen. Unser Leben ist stets im Wandel. Technologische sowie kulturelle Trends beeinflussen uns und ändern die täglichen Anforderungen an den uns gebotenen Wohnraum.

In der Nachkriegszeit wurde die Funktion des Wohnzimmers durch die Entwicklung des Fernsehens stark beeinflusst. Sie lag hauptsächlich darin, einen Ort für‘s gemeinsame Schauen und Essen zu schaffen. Technologische Fortschritte sorgten dafür, dass wir heutzutage unsere Unterhaltung mobil auf Tablets, Laptops und Smartphones konsumieren können. Die strikte Funktion und somit auch die Ausrichtung der Möbel sind nicht mehr so stark vorgegeben wie früher.

Streaming, Cosy Corners und Home Office sind einige aktuelle, dominante Trends, welche die historischen Funktionen des Wohnzimmers auf den Kopf stellen. Der wahrscheinlich auffälligste Trend ist die Wohnküche. Früher war es gängig die Küche räumlich vom Wohnzimmer zu trennen. Heute schätzt man die zusätzliche Zeit, die man gemeinsam mit Familie und Freunden bei der Zubereitung der Mahlzeit verbringen kann. Es ist zu erkennen, dass offene Raumkonzepte (z.B. Walk-In-Dusche) immer beliebter werden.

Nach dem die Funktion der jeweiligen Räume bekannt und die damit verbundene Einteilung abgeschlossen ist, kann und sollte man mit seinem persönlichen Stil an die Einrichtung gehen.

Der Stil
Nach dem gelungenem Grundrissmanagement und den festgelegten Raumfunktionen, spielt ein stimmiger Einrichtungsstil eine tragende Rolle bei einer guten Inneneinrichtung. Dabei ist guter Stil nicht gleichzusetzen mit einer hohen Investition. Hochwertige Maßmöbel sind dafür nicht zwingend notwendig. Auch mit einer gewöhnlichen Ausstattung lässt sich eine tolle Einrichtung machen.

Ratsam ist es, die Stärken des Objektes auszubauen. Eine schöne Sockelleiste mit passender Türzarge und Stuck sorgen für ein stimmiges Bild und erzeugen eine gute Atmosphäre. Diese Merkmale finden sich häufig im Altbau wieder und lassen sich gut mit symmetrischen Einrichtungsgegenständen kombinieren.

Ein anderes Beispiel sind Wohnungen aus der Nachkriegszeit. Diese lassen sich mit asymmetrischen und einfach Möbeln gut in die Gegenwart bringen. Für Unruhe sorgen Stilbrüche oder auch die Kreuzung mehrerer Stilrichtungen.

Dominant und stilgebend für die Basis der Raumgestaltung sind Böden, Fenster sowie Türen. Diese aufeinander abgestimmten Elemente erzeugen Ruhe und Atmosphäre, sodass dann Einzelstücke und Möbel gut eingearbeitet werden können. Auch mit einem dezenten und neutralen Stil als Basis fällt die Möbelauswahl leichter.

Grundriss, Funktion und Stil sind bei Weitem nicht alle Elemente für eine gute und gelungene Innenausstattung. Werden die aufgezählten Themen bewusst und sorgfältig beachtet, gelingt es, auch bei den schwierigsten Objekten, eine angenehme und gemütliche Wohnatmosphäre zu kreieren.

Vielen Dank an Hr. Heinz Glatzl für den aufschlussreichen, interessanten und stets freundlichen Austausch!


Veröffentlicht 1 year ago von Marketing

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